Wie
eine kostbare Perle liegt meine Heimat vor meinen Augen.
Ich sitze im Schatten unter meinen Apfelbaum, vor mir die ganze Pracht.
Mein blühender Vorgarten.
Mein großer Mühlstein, darauf in einer Schale, gelbe und blaue Stiefmütterchen,
vor dem Haus in Pflanztrögen ebensolche, rote stehende und violette hängende
Pelargonien in weiteren Schalen.
Neben mir Fünffingerkraut, rechts das Kummerbankle mit rosa Pelargonien drauf,
der wilde Wein hat sich gut entwickelt, die rosa Waldrebe ist schon längst
verblüht, und die gelbe kommt in diesen Tagen hervor, die Hainbuche hinter mir
ist voll im austreiben, bald ist wieder ein Formschnitt nötig.
Unten im Tal liegt das Dorf mit satten grünen Wiesen, nur klein, aber
ruhig liegt es vor mir ausgebreitet, das Heimatdorf, eingerahmt vom Wald, näher
in verschiedenen Grüntönen, im südlichen Teil schon eher ins bläuliche
übergehend, sanft fällt die Wiese und die Nachbar weide unter meinem Haus bis
zum Bach,
dann das letzte Stück steil hinab.
Das Schloss blickt so sanft zu mir herauf. Mir kommt es so vor als wäre
hinter dem Dorf das Ende, eine kleine nach außen hin heile Welt. Gerade erst hat
sich der Nebel der Nacht gelichtet, hat sich ganz einfach aufgelöst. Der Rasen
in meinem kleinen Vorgarten bedarf der Pflege, aber die Regenfälle der
vergangenen Tage ließen es nicht zu.
Der Himmel ist recht blau, die Wolken beginnen aber schon wieder mit ihrem
Spiel, die Feuchtigkeit lässt nicht nach. Unser Regenwald gedeiht offenbar sehr
gut. Der Schwarzspecht unterhält mich wieder, er kommt auf Besuch zu meinem
Kirchenbaum, er denkt sich wohl, irgendwann muss es doch hier bei diesen
Obstbäumen, Eschen, und Fichten einen Festschmaus für mich geben, der Himmel
zieht langsam zu, es wird kühl, aber gleich meldet sich die Sonne wieder, über
mir und dem Dorf lacht wieder die Wärme.