Wiesensalbei
blaut am Stengel,
kerzenhoch das Leimkraut hellt,
wo der Fichte Tschurtschenschwengel
braungeschuppt zur Erde fällt.
Wicke zwängt sich durch die Latten,
rankt sich hoch an dem Spalier,
Wundklee leuchtet mit der satten
Farbe bis zur Stadeltür.
Zunderrote Popppelitze
rauscht wie Feuer durch das Korn,
trunken von der Mittjahrhitze
rührt der Hirt an seinem Horn.
Wiesenknop und Margerite,
Heckenrose, Akelei,
wilder Schierling, Hahnentritte,
Biene saugt ganz nah dabei.
Süßer Ruch von violetten
Raden schwelt aus Feldern her,
um des Talsterns Blattrosetten
schwirrt der Mücken graues Heer.
Nessel wuchert an den Zäunen.
Dengellaut fällt her vom Sumpf.
Zischt die Otter unter Steinen
fällt der Wetzstein in den Kumpf.
Eh`die Nacht im Dorfe landet,
wird der Hang noch einmal bunt,
Königskerze, gelbgewandet,
leuchtet zwischen Türkenbund.
Muttergottestränen zittern
zwischen Klee und Baldrian
Erlen, die am Bach verwittern,
künden schon das Spätjahr an.