Leise hebt jetzt Gott mit zartem Finger
alles Kalte fort von Berg und Land
und kein Halm, kein Gras ist ihm geringer.
Alles fühlt die Wärme seiner Hand.

Quellen rieseln schwarz durch weiße Flächen.
Erstes Grün lugt schamhaft in den Föhn.
Wie ein Wunder klirrt es in den Bächen
und die Sonne schmückt sich jung und schön.

Durch die Wälder zieht die Spur von Tieren
und die Gärten atmen, neu erwacht.
Bald schäumt Laub auf zärtlichen Spalieren
und die Blumen sprießen auf bei Nacht.

Nur die Berge stehn noch fern in Silber
und die Äcker träumen braun gefleckt
wie die alten morschen Seiten gilber
Pergamente, die man spät entdeckt.

Und die Wagen graben tiefe Rinnen
in die Wege, die ortsauswärts fliehn.
Obst wird werden, Leben wird beginnen
und der Wein wird in den Fässern ziehn.

Herz, wach auf, wie steil die Kraft der Garben,
über die der Wind voll Segen wischt!
Sei nicht dunkel, indes Gott die Farben
schon für den erneuten Frühling mischt!
      
 

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